{"id":304,"date":"2021-12-21T18:37:41","date_gmt":"2021-12-21T17:37:41","guid":{"rendered":"https:\/\/diefalkenbamberg.wordpress.com\/?p=304"},"modified":"2021-12-21T18:37:41","modified_gmt":"2021-12-21T17:37:41","slug":"bericht-der-anti-schwurbel-demo-am-18-12-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/falken-bamberg.de\/index.php\/2021\/12\/21\/bericht-der-anti-schwurbel-demo-am-18-12-2021\/","title":{"rendered":"Bericht der Anti-Schwurbel-Demo am 18.12.2021"},"content":{"rendered":"\n<p>Als Reaktion des \u201eSpazierganges\u201c der Schwurbler:innen von StayAwake vom 13.12.2021 und eines Fackelmarsches eben dieser durch Bamberg Ost, haben etliche progressive Gruppen aus Bamberg, allen voran der AStA Bamberg e.V., am 18.12.2021 die Gegendemonstration \u201eAufstehen gegen Verschw\u00f6rungsmythen, Antisemitismus und rechte Fackelm\u00e4rsche auf unseren Stra\u00dfen!\u201c auf die Beine gestellt. Mit dabei waren auch angereiste Anktivist*innen (solidarische Gr\u00fc\u00dfe an dieser Stelle).<br>Anlass f\u00fcr die Gegendemonstration war auch das offene Hand-in-Hand-Gehen mit den \u201eneonazistisch gepr\u00e4gten Rechtsextremisten\u201c vom III. Weg und mit dem vorbestraften Neonazi und Rechtsterroristen Andreas Groh, der 2015 mit anderen Mitglieder der inzwischen verbotenen Gruppe \u201eWei\u00dfe W\u00f6lfe Terrorcrew\u201c f\u00fcr einen geplanten Bombenanschlag auf zwei Fl\u00fcchtlingsunterk\u00fcnfte und das studentische Zentrum \u201eBalthasar\u201c festgenommen und zu einer Bew\u00e4hrungsstrafe von einem Jahr und elf Monaten verurteilt wurde (Strafdelikte: K\u00f6rperverletzung, Sachbesch\u00e4digung, St\u00f6rung des \u00f6ffentlichen Friedens und verbotener Umgang mit Sprengstoffen).<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><br>An die 500 Menschen haben sich f\u00fcr diese Gegendemonstration vor dem Bamberger Bahnhof versammelt. Nach einer Rede der Gruppe &#8222;Aufstehen gegen Rassismus&#8220;, die Rassismus und Antisemitismus in StayAwake und die Radikalisierung der Corona-Schwurbler:innen beinhaltete, setzte sich der Demozug in Bewegung. Er bewegte sich \u00fcber die Luitpoldstra\u00dfe und die Willy-Lessing-Stra\u00dfe, der Langen Stra\u00dfe, dem Kranen und schlie\u00dflich \u00fcber die Kapuzinerstra\u00dfe bis zum Ort der Endkundgebung am Markusplatz.<br>Dabei skandierten die Demonstrant:innen mit Sprechch\u00f6ren und Megafonen Demospr\u00fcche, wie \u201eMaske auf und Abstand halten, StayAwake zusammenfalten!\u201c, \u201ePandemie und trotzdem da, durchgeimpfte Antifa!\u201c oder \u201eIhr seid nicht der Widerstand, lauft mit Nazis Hand in Hand!\u201c und aus einer Anlage t\u00f6nte antifaschistische Musik. Vorneweg liefen einige Demonstrant:innen mit verschiedenen Bannern, um dem Demozug vor den vielen (Handy-)Kameras der Corona-Schwurbler:innen (und Polizist:innen) zu sch\u00fctzen, die den Demozug \u00fcber die gesamte Zeit begleiteten und versuchten, Demonstrant:innen zu fotografieren.<br>Einen ersten Vorfall gab es bereits nach knapp einem Kilometer in der Willy-Lessing-Stra\u00dfe \u2013 nicht aber mit den Corona-Leugner:innen, sondern mit der Polizei. Einige Demonstrant:innen wollten den Demozug in Richtung ZOB verlassen, wurden zun\u00e4chst aber von Beamt:innen aufgehalten und in ihrer Freiheit eingeschr\u00e4nkt. Erst als der Demozug damit drohte stehen zu bleiben und somit die Stra\u00dfe l\u00e4nger als geplant zu blockieren und dadurch den Verkehr weiter einzuschr\u00e4nken, durften besagte Demonstrant:innen den Demozug verlassen und ihrer Wege gehen. Weiter sah die Polizei keinen Anlass, einen mutma\u00dflichen Corona-Leugner vom Platz zu verweisen, der in der Langen Stra\u00dfe bis auf wenige Zentimeter auf den Demozug zuging und versuchte \u00fcber die Banner hinweg zu filmen. Aus den Fenstern des Freiraums Bambergs (bzw. vom Kaffeehaus Krumm&amp;Schief) fotografierten ebenfalls Menschen den Demozug. Da aus dem ersten Stock gefilmt wurde, hatten die Bannertr\u00e4ger:innen keine M\u00f6glichkeit, die Demonstrant:innen vor den Kameras und Handys zu sch\u00fctzen. Ob es sich bei den Fotografierenden um Zivilpolizist:innen oder um Schwurbler:innen handelte, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Da die Kneipe und das Kaffeehaus eher als progressiv gelten, hoffen wir, dass die Betreiber:innen und Mitarbeiter:innen das ganze nicht mitbekommen haben bzw. nicht verhindern konnten.<br>Wenig sp\u00e4ter erreichte der Demozug den Markusplatz und somit die Endkundgebung. Zu dieser Zeit war bereits der Demozug der Schwurbler:innen und Neonazis von StayAwake auf seiner Demoroute \u2013 die beiden Demonstrationen treffen sp\u00e4ter noch aufeinander.<br>Zuvor gab es allerdings noch drei Redebeitr\u00e4ge der Gegendemonstrant:innen. Die erste der drei Reden war von der Studierendenvertretung der Bamberger Universit\u00e4t. Sie verurteilte das Hand-in-Hand laufen StayAwakes mit Rassist:innen und Antisemit:innen, Rechtsextremistischen Parteien und Personen, Neonazis und Rechtsterroristen und erl\u00e4uterte kurz die geplanten Bombenanschl\u00e4ge der \u201eWei\u00dfe W\u00f6lfe Terrorcrew\u201c. Weiter wurde in der Rede klargestellt, dass die Studierendenvertretung sich sowohl von StayAwake und der Corona-Leugner:innen-Abspaltung \u201eStudenten stehen auf\u201c distanziert, als auch von deren Wissenschaftsfeindlichkeit und Verschw\u00f6rungsmythen. Auch das stetige Verweigern von notwendigen Sicherheitsma\u00dfnahmen und von Impfungen wurde verurteilt.<br>In der zweiten der drei Reden sprach ein Mitglied der Sozialistischen Jugend Deutschlands \u2013 Die Falken von der Dreistigkeit der StayAwakler:innen, gemeinsam mit bekannten Neonazis zu marschieren, sich aber auf Frieden zu berufen. Dabei ging das Mitglied auch auf die Nachricht eines Telegram-Chats der Schwurbler:innen ein, in dem ein Gruppenmitglied sich um den Ruf StayAwakes sorgte, wenn diese mit dem III. Weg marschieren w\u00fcrden, und daraufhin mit Spaltungsvorw\u00fcrfen beschuldigt wurde und kritisiert wurde, dass alle Demo-Teilnehmer:innen willkommen sind, solange sie friedlich sein \u2013 dass Neonazis und wegen Gewalttaten und illegalem Sprengstoffbesitz verurteilte Rechtsterroristen in keiner Weise friedlich sind, wurde dabei wohl vergessen. Wer mit Nazis marschiert, tue sich mit diesen gleich und solle dementsprechend auch wie einer behandelt werden. Weiter kritisierte das Mitglied der Falken die Polizei \u2013 die Beamt:innen w\u00fcrden die Demonstrationen von StayAwake kaum \u00fcberwachen, die Gegendemonstration, auf der viele linke Menschen sind, w\u00fcrde hingegen polizei\u00fcblich mit deutlich mehr Polizist:innen \u00fcberwacht werden und die Teilnehmer:innen durch diese drangsaliert. Das Fehlverhalten der Polizei zeigte sich auf dieser Demonstration tats\u00e4chlich in einigen Situationen. So sahen der sogenannten \u201eFreund:innen und Helfer:innen\u201c keine Notwendigkeit, die Gegendemonstrant:innen durch eine Stra\u00dfensperre in Richtung Konzerthalle zu sch\u00fctzen. Auch auf wiederholte Nachfrage kam die Polizei der Bitte nicht nach und die Demonstrant:innen mussten aus Selbstschutz die Stra\u00dfe selbst blockieren und mit einem Fahrzeug den Weg zur Demo versperren. Auf weitere Nachfrage an den Einsatzleiter der Polizei, behauptete dieser, dass weiter vorne an der Konzerthalle, Beamt:innen stehen w\u00fcrden, die daf\u00fcr sorgen w\u00fcrden, dass keine Autos in Richtung des Demozuges fahren w\u00fcrden und man diese lediglich von unserer Position aus nicht sehen w\u00fcrde. Dies stellte sich als dreiste L\u00fcge raus \u2013 immer wieder kamen Autos aus dieser Richtung und mussten wieder drehen oder in Seitenstra\u00dfen ausweichen. Auch konnten beim Nachsehen keine Polizist:innen an der Konzerthalle oder der unmittelbaren Umgebung entdeckt werden. Weiter zog die Polizei angereiste Aktivist*innen ohne Nennen eines Grundes in eine Ma\u00dfnahme und durchsuchte diese komplett.<br>Die dritte Rede am Markusplatz war von den \u201eOmas gegen Rechts\u201c. Die Rednerin wunderte sich stark \u00fcber die Dreistigkeit der Corona-Leugner:innen, sich mit den J\u00fcdinnen:Juden im 3. Reich gleichzusetzen, weil sie eine Maske tragen m\u00fcssten und dar\u00fcber, dass der III. Weg ungehindert und offen auf der Stra\u00dfe seine rechtsextremen Aktionen ausleben d\u00fcrfe.<br>Nach dieser Rede wurde bekannt, dass einige Unbekannte unabh\u00e4ngig von der Gegendemonstration in der Langen Stra\u00dfe den deutlich gr\u00f6\u00dferen Demozug von StayAwake mit einer Sitzblockade aufhielten. Von unbeteiligten Passant:innen wurden die blockierenden Menschen gefeiert. Die Polizei leitete den \u00fcber 1500 Menschen gro\u00dfen Demozug StayAwakes in Dreierreihen an der Sitzblockade vorbei. Dennoch entschleunigte die Sitzblockade StayAwake deutlich.<br>Die Anspannung in der Gegendemonstration stieg deutlich, als das Aufeinandertreffen der beiden Demonstrationen n\u00e4her r\u00fcckte. Die Gegendemonstrant:innen sammelten sich in einem Block und \u00fcbert\u00f6nten die mehr als dreifach so gro\u00dfe Demonstration von StayAwake mit Sprechch\u00f6ren. \u201eNazis raus! Nazis raus! \u2026\u201c, \u201eEs gibt kein Recht auf Nazipropaganda!\u201c und \u201eOb Ost, ob West, nieder mit der Nazipest!\u201c hie\u00df es, als die Polizei StayAwake \u00fcber die Markusstra\u00dfe in Richtung Sandstra\u00dfe leitete. Physische Auseinandersetzungen zwischen den durch Polizeigitter getrennten Demonstrationen gab es in dieser Situation zwar nicht, jedoch wurden bereits von der Polizei drangsalierte angereiste Aktivist*innen von einem Schwurbler (Ende 50, blau-wei\u00dfe Jacke, blaue Jeans, wei\u00dfes Haar, ein Bart, zwischen 1,70 und 1,80 Meter) angegriffen. Dieser stellte einer:einem Antifaschist:in ein Bein und trat anschlie\u00dfend auf diese:n ein.<br>Als die StayAwake-Demonstration vorbeigezogen war, gab es noch eine letzte Rede von der Seebr\u00fccke Bamberg. Die Rede behandelte das Thema des Ohnmachtsgef\u00fchls und der Sprachlosigkeit nach dem StayAwake-Marsch mit dem III. Weg am Montag, das \u00dcberwinden dieses Gef\u00fchls und das daraus resultierende Einsetzen produktiver Wut. Anschlie\u00dfend sprach die Rednerin \u00fcber die zunehmende Radikalisierung der Corona-Leugner, die inzwischen nicht mehr vor Gewalt und Morddrohungen zur\u00fcckschrecken (einen Mord gab es coronamotiviert ja auch schon an einen Kassierer einer Tankstelle in Idar-Oberstein, der zuvor seinem M\u00f6rder aufgrund der fehlenden Maske nichts verkaufen wollte). Weiter wurden explizite Mordvorstellungen und \u00c4u\u00dferungen dieser Art aus verschiedenen Telegram-Gruppen von Schwurbler:innen zitiert. Die Rede endete mit dem Aufruf, dass weiter solidarisch gegen StayAwake und Co. sowie gegen jede Art von Rassismus, Antisemitismus und Faschismus aufgestanden werden w\u00fcrde.<br>Kurz darauf l\u00f6ste sich die Demonstration auf und die Demonstrant:innen gingen ihrer Wege. Einen letzten Vorfall gab es noch als, die Polizei an der Konzerthalle einige Demonstrant:innen in eine Ma\u00dfnahme zog und Personalien aufnahm. Als ein weiterer Demoteilnehmer, der von der Ma\u00dfnahme noch nicht betroffen war, mit einem Polizeibeamten kommunizieren wollte, um zu erfahren was los sei, sagte besagter Polizist sinngem\u00e4\u00df zu ihm: \u201eEin Schritt weiter und ich ziehe dich auch in die Ma\u00dfnahme \u2013 ach was, ich hol dich jetzt einfach in die Ma\u00dfnahme!\u201c. Daraufhin zog der Polizist ihn gewaltsam mit sich. Die von der Polizei in die Ma\u00dfnahme gezogenen Menschen erhielten einen Platzverweis f\u00fcr die gesamte Innenstadt.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Das Fazit f\u00fcr diesen Abend: Die Stimmung auf der Demonstration war angespannt &#8211; angespannt dadurch, dass es jederzeit knallen k\u00f6nnte, ob nun durch einen Angriff von StayAwake oder durch Polizeigewalt. Neben dem aggressiven Fotografieren und Filmen wurden Demonstrant:innen, wenn auch nicht unmittelbar auf der Demonstration, von einem StayAwakler physisch angegriffen. Die Polizei ist wieder einmal daran gescheitert, einer progressiven Demonstration Sicherheit zu gew\u00e4hrleisten. Auch wenn im Endeffekt kein Angriff auf die Demonstration stattfand, h\u00e4tten potenzielle Angreifer:innen leichter in diese eindringen k\u00f6nnen als ein Messer in hei\u00dfe Butter. Weiter missbrauchte die Polizei einmal mehr ihre Macht und bel\u00e4stigte und drangsalierte friedliche Demonstrant:innen. Au\u00dferdem wandte sie in einzelnen F\u00e4llen unangebrachte Polizeigewalt an. Die Reden und die Sprechch\u00f6re spiegelten die Wut auf StayAwake und andere Corona-Leugner:innen, sowie auf die Neonazis und Rechtsterroristen, die mit StayAwake marschieren, wider.<br><br>Auf unseren <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/DieFalkenBamberg\/\">Social-Media-Kan\u00e4len<\/a> findet ihr einen Post unseres SJ-Rings zu diesem Wochenende und <a href=\"https:\/\/webecho-bamberg.de\/demonstration-gegen-verschwoerungsmythen\/\">hier<\/a> eine Pressemitteilung der Veranstalter*innen von Samstag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Reaktion des \u201eSpazierganges\u201c der Schwurbler:innen von StayAwake vom 13.12.2021 und eines Fackelmarsches eben dieser durch Bamberg Ost, haben etliche progressive Gruppen aus Bamberg, allen voran der AStA Bamberg e.V., am 18.12.2021 die Gegendemonstration \u201eAufstehen gegen Verschw\u00f6rungsmythen, Antisemitismus und rechte Fackelm\u00e4rsche auf unseren Stra\u00dfen!\u201c auf die Beine gestellt. 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